Denkmalgeschütztes Kronenschulhaus

Kronenschulhaus
Kronenschulhaus

Ein außergewöhnliches Gemeindeprojekt
Ein historisches Gebäude von 1787, eine tatkräftige Gruppe engagierter Bürger und eine Menge Arbeitskraft: das Projekt Kronenschulhaus.

Wer das Gebäude in der Kieselbronner Hauptstraße von früher kannte, wird die neue, alte Ausgabe kaum wiedererkennen. Das rote Fachwerk springt einem schon von weitem ins Auge und eine märchenhaft schöne Inneneinrichtung bringt die Besucher nach dem Betreten der ehemaligen „Kronenschule“ zum Staunen. Schon im Flur ist der Geist des geschichtsträchtigen Gebäudes wieder zu spüren. Man geht über den im Original wieder verlegten Natursteinboden und erhält gleich zur Rechten Einblick in einen der schönsten und wichtigsten Räume des Hauses. Der neue Kronensaal mit Fensterblick zum Rathaus gegenüber ist zu einem herrschaftlichen Raum mit dunkel geöltem Holz, einer Theke mit antiker Anrichte und passenden Jugendstillampen geworden.

Zur Geschichte des Kronenschulhauses:
Das Gebäude Hauptstraße 21 gehört zu den ältesten der Gemeinde Kieselbronn. Nach dem Bau im Jahr 1787 beherbergte es das Gasthaus Krone, das vom Besitzer Georg Stephan Korn betrieben wurde. Zu geschichtsträchtigen Ehren kam es, als hier am 30. November 1810 der Übergang Kieselbronns an das Großherzogtum Baden besiegelt wurde. Die „Krone“ blieb noch einige Jahrzehnte bestehen, bis das Haus im Jahr 1886 von der Gemeinde erworben und zwischen 1898 und 1954 als Schulhaus genutzt wurde. In den 1910er Jahren wurde es außerdem als Milchsammelstelle genutzt und während des Zweiten Weltkriegs als Lager für französische Soldaten. Bis zur jetzigen Sanierung und Modernisierung war es von mehreren Parteien bewohnt.

Die Räume und ihre Funktion:
Gewölbekeller: gastronomische Nutzung
Erdgeschoss: Gastronomieküche mit Speisenaufzug für den Gewölbekeller-Kronensaal, repräsentativer Mehrzweckraum
Trauzimmer für standesamtliche Trauungen
Obergeschoss: Räume für Vereine, örtliche Gruppen und Volkshochschule
Fotoarchiv Egon Augenstein
Lagerraum / Dachgeschoss:
1-Zimmer-Wohnung
2-Zimmer-Wohnung
Speicher

Zahlen und Fakten
-Ende 2006: Beschluss des Gemeinderats zur „Sanierung und Modernisierung des denkmalgeschützten Gebäudes“
-Arbeitsbeginn am 20. April 2007 über 13.000 ehrenamtliche Arbeitsstunden in mehr als 5 Jahren
-2 besondere Funde: alter Ofensockel mit Mondrelief, Placenta-Krügchen im Keller
-1 Auszeichnung, verliehen vom Innenministerium Baden-Württemberg für bürgerschaftliches Engagement in einem vorbildlichen kommunalen Projekt
-Letzter Handgriff am 22. Juli 2012: das Aufstellen der Stühle für die Einweihung

Unermüdliche Arbeit
–mit Sinn für das Besondere

Und tatsächlich stimmt hier jedes Detail, wurde mit viel Sorgfalt ausgesucht und ins große Ganze eingefügt. Die extra angefertigten Eichenbänke und handgeschmiedeten Kronleuchter, antike Türen und Beschläge sowie alte Baumaterialen wurden bei diversen Händlern zusammengekauft. Und in jedem Pinselstrich steckt das gemeinschaftliche Denken und Tun der freiwilligen Helfer, das aus viel Leidenschaft für das gemeinnützige Projekt entwachsen ist. „Respekt und Anerkennung gilt den Helfern, für ihren ehrenamtlichen Einsatz, dessen Gegenwert Experten auf mindestens 500.000 € schätzen“, sagt Bürgermeister Faber. In über 13.000 ehrenamtlichen Arbeitsstunden hat das Team um die Bauleiterin Vlasta Kallay-Augenstein, Hans Augenstein und Architekt Joachim Theilmann dem alten Schulhaus zu neuem Glanz verholfen.

Zurück zur alten Seele des Hauses
„Uns war besonders wichtig, das unter Denkmalschutz stehende Haus dem Originalzustand wieder so weit wie möglich anzugleichen, nicht nur in Bezug auf die Fassade, sondern auch im Innern“, sagt Bürgermeister Heiko Faber. „Das war sehr viel Arbeit und erfordert Geduld und Durchhaltevermögen von allen Helfern, was sich im Resultat aber mehr als ausgezahlt hat.“

Gemeinschaftlich gut
Rechtzeitig zur offiziellen Einweihung am 22. Juli 2012 ist die aufwändige, aber unbedingt lohnenswerte Renovierung und Restaurierung fertig geworden. „Es ist eine großartige Erfahrung, an einem so tollen Projekt beteiligt gewesen zu sein“, sagt einer der fleißigsten Helfer, Lars Lechler. Jeden Samstag hat der harte Kern von etwa zehn Freiwilligen Putz abgeklopft, Mauern verfugt und neu hochgezogen, Treppen, Türen und Fenster eingebaut, die Fassade renoviert und einzelne Bestandteile restauriert. Mit viel Herzblut und Liebe zum Detail. „Das Ganze war nur möglich, weil eine Gruppe toller Menschen zusammengekommen ist, wodurch nicht nur dieses Gemeindezentrum entstanden ist, es haben sich auch schöne Freundschaften entwickelt“, sagt Hans Augenstein. „Und jetzt freuen wir uns, dass das Ganze nach so vielen Jahren so geworden ist, wie wir es uns vorgestellt haben.“

Hauptstraße 21
75249 Kieselbronn


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