Der Bürgermeister informiert

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

die Streuobstwiesen rund um Kieselbronn prägen bekanntlich unsere Gemarkung und stellen ein besonderes Kulturgut dar, das es zu pflegen und zu erhalten gilt.

Um die Streuobstbesitzer in diesem Tun zu unterstützen, hat die Gemeinde auf Anregung eines Mitglieds des Obst- und Gartenbauvereins Kieselbronn in Abstimmung mit Herrn Bernhard Reisch von der Obst- und Gartenbauberatungsstelle des Landratsamts Enzkreis einige Arbeitsgeräte für die Baumpflege angeschafft, die unentgeltlich ausgeliehen werden können.

Im Einzelnen handelt es sich dabei um drei so genannte Steigtannen (Loanen - Einholmleitern), mit 13 Sprossen (Länge 4,00 m), mit 14 Sprossen (Länge 4,25 m) und mit 17 Sprossen (Länge 5,00 m), einer Fiskars-Schneidgiraffe (Astschere mit Sägeaufsatz mit einer Schnittlänge von 45 cm und Teleskopstil mit einer Länge von 240 cm bis 400 cm) sowie einen Husqvarna-Akku-Hochentaster (bürstenloser Elektromotor, Schwertlänge 25 cm, Teleskopstil mit einer Länge von 287 cm – 400 cm, Arbeitszeit mit einer Akkuladung lt. Hersteller ca. 3,5 Stunden).

Weitere Informationen zu den Gerätschaften finden Sie unter folgenden Links:
- www.loanen.com/loanen
- www.fiskars.de/produkte/garten/schneidgiraffen
- www.husqvarna.com/de/produkte/hochentaster

Die Gerätschaften können nach vorheriger Anmeldung beim Bauhof der Gemeinde tageweise bzw. übers Wochenende für die Pflege von Streuobstbäumen auf Kieselbronner Gemarkung unter Angabe des jeweiligen Grundstücks unentgeltlich ausgeliehen werden. Eine zweckentfremdete Nutzung führt zum Ausschluss von der künftigen Ausleihe. Die Ausleihe ist rechtzeitig beim Bauhof unter der Telefonnummer 0172 7370142 anzumelden. Die Abholung bzw. Rückgabe der Arbeitsgeräte hat nach Abstimmung entweder gleich zu Betriebsbeginn des Bauhofs (7:00 Uhr), zu Beginn bzw. dem Ende der Mittagspause (12:00 Uhr bzw. 12:30 Uhr) oder kurz vor dem Feierabend gegen 16:00 Uhr (freitags 12:00 Uhr) zu erfolgen.

Der oder die Ausleiher/in bestätigt bei Übergabe der Gerätschaften, diese in einem ordnungsgemäßen und funktionsfähigen Zustand übernommen zu haben. Die ausgeliehenen Arbeitsgeräte sind nach Gebrauch gereinigt und funktionsfähig zurückzugeben. Für während der Ausleihe entstehende Schäden haftet selbstverständlich der/die jeweilige Ausleiher/in. Die Gerätschaften stehen ab Mitte kommender Woche zur Verfügung und können ab diesem Zeitpunkt zu den vorgenannten Bedingungen ausgeliehen werden.

Serie „Der Wald im Enzkreis“. Teil 9: Naturnahe Kulturlandschaft und ökologisch wertvoller Lebensraum
ENZKREIS. Der Wald prägt die Landschaft im Enzkreis. Von den ausgedehnten Eichenwäldern im Stromberg bis hinauf in den Nordschwarzwald mit seinen Tannenbeständen bedeckt er etwa 40 Prozent der Kreisfläche. Er dient der Erholung der Bürger, ist Lebensraum unzähliger Tier- und Pflanzenarten und liefert einen einzigartigen nachwachsenden Rohstoff. Der Förster sorgt für einen Ausgleich der verschiedenen Interessen; in einer Serie im Mitteilungsblatt erfahren Sie, was er im Jahreslauf im Wald tut.

Unberührte Natur?
Nicht nur Felder und Wiesen, auch der Wald in Deutschland ist eine Kulturlandschaft, die seit Jahrtausenden vom Menschen geprägt wird. Dadurch sind vielfältige Lebensräume entstanden, in denen viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten heimisch sind. Der Mensch störte zwar die Unberührtheit der Wälder, die Artenvielfalt hat davon jedoch eindeutig profitiert.

Ohne Eingriffe durch den Menschen wäre Deutschland nahezu vollständig bewaldet – und zwar vor allem von der Rotbuche. Da ihr Schatten nichts ausmacht, kann sie sich fast überall gegen andere Baumarten durchsetzen. Nur dort, wo es für die Rotbuche zu kalt und gebirgig ist, wachsen Nadelbäume, wo es ihr zu trocken ist, sind es Eichen und Elsbeeren. Andere Baumarten kämen nur sehr selten vor. Dem hat der Mensch entgegengewirkt: In fast jedem größeren Waldstück gibt es eine Vielzahl von verschiedenen Waldbeständen mit unterschiedlichen Baumarten – und damit unterschiedlichen Tier-, Pilz- und Pflanzenarten, die auf bestimmte Baum- und Waldarten angewiesen sind.

Sogar von Eingriffen der Forstwirtschaft, die auf den ersten Blick nicht schön aussehen, profitieren Tiere und Pflanzen: Die seltene Gelbbauchunke freut sich über temporäre Pfützen, die sich auf Maschinenwegen bilden, und auf dem offenen Boden können seltene Blühpflanzen keimen, über die sich wiederum viele Insekten freuen.

Besonderer Schutz: Waldbiotope, Waldrefugien und Habitat-Baumgruppen

Besonders wertvolle Lebensräume im Wald sind als Waldbiotope kartiert und gesetzlich geschützt. Dazu zählen Gewässer und Feuchtgebiete, typische Bodenarten mit seltenen Pflanzen oder besonders seltene Zusammensetzungen verschiedener Baumarten. In Waldbiotopen darf zwar Forstwirtschaft ausgeübt werden, allerdings so, dass der schützenswerte Zustand erhalten bleibt.

Ergänzt werden die Biotope durch ökologisch wertvolle Waldstücke, sogenannte Waldrefugien und Habitat-Baumgruppen, erkennbar an weißen Wellenlinien oder einem aufgemalten blauen Hirschgeweih. Sie sollen als „ökologische Trittsteine“ für eine Vernetzung der Biotope sorgen. Die hier stehenden Bäume dürfen uralt werden, schließlich absterben und langsam zerfallen – denn etliche Tier- und Pflanzenarten sind auf Totholz angewiesen. Alte Bäume mit viel Totholzanteil sind wahre Hotspots der Artenvielfalt. Bezieht man weitere Schutzkategorien ein, stehen mehr als 10 Prozent des Baumbestandes im Enzkreis unter Naturschutz.

Von wegen tot: Dieser alte Holzstumpf steckt (wieder) voller Leben! Im Winter ohne Laub lassen sich Habitatbäume besonders gut erkennen. Das Blaue Hirschgeweih bedeutet: Dieser Baum bleibt der Natur bis zu seinem Tod erhalten – und sogar darüber hinaus.

Für etliche Schutzgebiete gilt: Oft sind sie erst durch menschliche Nutzung entstanden, zum Beispiel durch Waldweide. Werden sie nicht gepflegt, erobert die Natur solche Flächen zurück. Deshalb kümmert sich das Forstamt aktiv um deren Pflege, bewahrt Tümpel vor der Verlandung oder befreit lichte Eichenwälder von schattenbringenden jungen Buchen – damit sich dort der wärmeliebende Hirschkäfer weiterhin wohlfühlt.

Manchmal ist Naturschutz auch ganz einfach: An sonnenbeschienen Wegrändern, wo der große Wasserdost und der Fingerhut blühen, finden sich unzählige seltene Schmetterlinge, Falter und Käfer. Diese Insekten hätten in einem dunklen Urwald keine Chance. Um ihren Lebensraum zu schützen, wird im Staatswald des Enzkreises deshalb in jedem Jahr nur auf einer Seite des Waldwegs gemäht, die andere bleibt ganzjährig unberührt. (Quelle: Landratsamt Enzkreis)

Mit freundlichen Grüßen
Ihr

Heiko Faber
Bürgermeister


Veröffentlicht am Donnerstag, 12. Oktober 2017

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