Der Bürgermeister informiert

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, im Namen des Gemeinderats sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeinde wünsche ich Ihnen allen schöne und erholsame Ferien- und Urlaubstage.

Allen, die eine Reise unternehmen, rufe ich zu: „Erholen Sie sich gut und kommen Sie wohlbehalten in die Heimat nach Kieselbronn zurück!“. Allen anderen, die ihre freien Tage und Wochen in Kieselbronn verbringen, wünsche ich schönes Wetter daheim, damit möglichst viele Freizeitaktivitäten im Freien stattfinden können – wie zum Beispiel die vielen Angebote im Rahmen des mittlerweile 17. Kieselbronner Kinderferienprogramms.

Information zur Möglichkeit der Befreiung von den Abwassergebühren bei der Verwendung von Trinkwasser für die Gartenbewässerung
Die Gemeindeverwaltung wurde zuletzt wieder häufiger danach gefragt, ob und unter welchen Voraussetzungen Trinkwasser, das für die Gartenbewässerung verwendet wird, von der Abwassergebühr befreit werden kann. Hierzu ist in der Abwassersatzung (AbwS) der Gemeinde Kieselbronn Folgendes geregelt:

Grundsätzlich wird für die gesamte, einem Grundstück aus der öffentlichen Wasserversorgung zugeführte Trinkwassermenge zur Abwassergebühr veranlagt (§ 40 Abs. 1 Nr. 1 AbwS). Trinkwassermengen, die nachweislich nicht in die öffentlichen Abwasseranlagen eingeleitet werden, können von der Abwassergebühr befreit werden (§ 41 Abs. 1 AbwS). Der Nachweis der nichteingeleiteten Trinkwassermengen soll dabei in der Regel durch Messung mittels eines besonderen Wasserzählers (Zwischenzählers) erbracht werden, der den eichrechtlichen Vorschriften entspricht (§ 41 Abs. 2 AbwS). Wird der Nachweis auf andere Art und Weise als durch einen den eichrechtlichen Vorschriften entsprechenden Wasserzähler erbracht, können lediglich (Gieß-) Wassermengen über einer Bagatellgrenze von 20 m³ jährlich von der Abwassergebühr befreit werden (§ 41 Abs. 3 AbwS). Um einen Zwischenzähler anbringen zu können, muss innerhalb der Hauswasserinstallation eine Leitungsstrecke vorhanden sein, die ausschließlich zu einem Außenwasserhahn führt. In näherer Umgebung des Außenwasserhahns darf sich kein Ablauf mit einem Anschluss an das örtliche Kanalnetz befinden. Auch eine indirekte Einleitung (zum Beispiel über einen Straßeneinlauf) muss an dieser Stelle ausgeschlossen sein. Wenn diese baulichen Voraussetzungen erfüllt sind, müsste in die Leitungsstrecke zum Außenwasserhahn ein Zwischenzähler fest eingebaut werden. Dabei kann es sich entweder um einen amtlichen, von der Gemeinde Kieselbronn zur Verfügung gestellten Wasserzähler (Regelfall) oder aber um einen privat beschafften, geeichten Wasserzähler handeln. Nicht fest eingebaute Wasserzähler (z. B. solche, die lediglich auf einen Wasserhahn aufgeschraubt werden), können in der Regel nicht berücksichtigt werden.

Verwendung eines amtlichen, von der Gemeinde zur Verfügung gestellten Wasserzählers
Zunächst muss der Grundstückseigentümer auf seine Kosten ein Installationsunternehmen mit dem Einbau eines Wassermesserbügels (analog dem des Hauptzählers) in die Leitungsstrecke zum Außenwasserhahn beauftragen. Nachdem dieser zur Verfügung steht kann über die Gemeinde der Einbau des Zwischenzählers veranlasst werden. Für den Zwischenzähler erhebt die Gemeinde zurzeit eine Grundgebühr in Höhe von 1,90 € pro Monat. Mit dieser Grundgebühr sind die Kosten des Zählers, seines regelmäßigen Austausches bei Ablauf der Eichgültigkeit und die jährliche Ablesung durch die Gemeinde abgegolten. Unter Vernachlässigung der einmaligen Ausgaben für die Installation eines Wassermesserbügels, deren Höhe von der Gemeinde nicht beziffert werden kann, und unter Zugrundelegung einer monatlichen Grundgebühr von 1,90 € sowie der zurzeit gültigen Abwassergebühr von 2,52 €/m³ wäre ein solcher Zwischenzähler ab einer Gießwassermenge von 10 m³ pro Jahr wirtschaftlich. Eine Prognose über die künftige Entwicklung der Abwassergebühr ist leider nicht möglich.

Verwendung eines privat beschafften, geeichten Wasserzählers
Für die im Fachhandel erhältlichen Zwischenzähler ist in der Regel der Einbau eines Wassermesserbügels nicht erforderlich. Zu den Möglichkeiten und Kosten eines solchen Zählers berät Sie gerne das Installationsunternehmen Ihres Vertrauens. Nach Installation des privaten Zählers sind der Gemeinde das Datum des Einbaus, der Zählerstand zum Zeitpunkt des Einbaus, die Seriennummer und das Eichjahr (idealer Weise unter Beifügung von Fotos des Zählers und der Außenwasserleitung) mitzuteilen. Private Wasserzähler werden von der Gemeinde nicht abgelesen. Der Grundstückseigentümer muss den jeweiligen Zählerstand am Jahresende bis spätestens 2. Januar des Folgejahrs unaufgefordert an die Gemeinde melden, damit dieser bei der Bemessung der Abwassergebühr berücksichtigt werden kann. Durch die Berücksichtigung privater Wasserzähler entsteht bei der Gemeinde ein erhöhter Verwaltungsaufwand, der mit jährlich 5,00 € in Rechnung gestellt wird. Sollte aufgrund einer verspätet eingehender Meldung eine Rechnungskorrektur erforderlich sein, wird hierfür eine zusätzliche Bearbeitungsgebühr von 15,00 € erhoben. Darüber hinaus muss der Grundstückseigentümer den Zähler nach Ablauf der Eichfrist (längstens nach 6 Jahren) auf eigene Kosten erneuern lassen.

Der Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung informiert
Hitzewelle: Die Versorgung durch die Bodensee-Wasserversorgung ist sicher
Sinkende Grundwasserspiegel, trocken gelaufene Brunnen, niedrige Flusspegelstände und der Bodenseepegel auf Rekordtief bei gleichzeitig hohem Wasserverbrauch: Die Presseberichte über Wasserknappheit - auch aus den europäischen Nachbarländern - häufen sich. Und auch die Beunruhigung in der Bevölkerung nimmt durch diese Gemengelage gepaart mit Knappheit bei anderen Rohstoffen und europäischer Energiekrise zu. Unsere Antwort lautet dennoch stets: Die Wasserversorgung durch die Bodensee-Wasserversorgung ist sichergestellt.

Der Bodensee liefert quasi Wasser im Überfluss. Der Alpenrhein liefert mit Abstand das meiste Wasser dafür. Insgesamt 11,5 Milliarden Kubikmeter Wasser fließen jährlich in den Bodensee. Das ist hundertmal mehr, als die Bodensee-Wasserversorgung entnimmt. Bis zu 670 Millionen Liter darf die Bodensee-Wasserversorgung aufgrund internationaler Vereinbarungen täglich aus dem See entnehmen und dies bei der schier unfassbaren Wassermenge von 48 Milliarden Kubikmeter Inhalt. Auf den Pegel des Bodensees hat die Entnahme von Trinkwasser keinen messbaren Einfluss. Denn die Sonne trinkt weitaus mehr: Im Mittel ist die Verdunstung doppelt so hoch wie die Entnahme der Bodensee-Wasserversorgung. Klimamodelle prognostizieren zwar eine zeitliche Verschiebung bei den Niederschlägen, d.h. höhere Niederschlagsmengen im Winter und geringere Mengen im Sommer. Die Jahressumme der Niederschläge auf der Alpennordseite und somit im Wassereinzugsgebiet des Bodensees wird aber in etwa gleichbleiben. Die zusätzlich zufließende Menge durch schmelzende Gletscher zeigt nur geringfügige Auswirkungen auf den Gesamtzufluss. Schwankungen im Wasserstand sind ein natürlicher Vorgang im Bodensee und haben keine Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung. Nach den heutigen Erkenntnissen werden wir auch in Zukunft genügend Wasser im Bodensee haben. Gleichwohl plädieren wir selbstverständlich für einen vernünftigen Umgang mit der endlichen Ressource Trinkwasser. Vorhandene Ressourcen vor Ort zu nutzen und beispielsweise den Garten mit Regenwasser statt mit (energieaufwändig) aufbereitetem Trinkwasser zu.

Eine sichere Trinkwasserversorgung ist nicht zum Nulltarif zu erhalten. Insbesondere müssen die vorhandenen Förderanlagen, Speicheranlagen und Leitungssysteme - sowohl bei der Bodensee-Wasserversorgung als auch bei den Gemeindewerken Kieselbronn kontinuierlich instandgehalten und bei Bedarf erneuert werden. Hinzu kommen die deutlich gestiegenen Energiekosten. Die Bodensee-Wasserversorgung hat deshalb für das Jahr 2023 bereits eine Preissteigerung von durchschnittlich 23,22 % angekündigt, die zusammen mit den auch bei den Gemeindewerken gestiegenen Kosten ab dem kommenden Jahr an die Endverbraucher weitergegeben werden müssen.

Projekt "Zukunftsquelle. Wasser für Generationen": Erkundungsbohrungen im Bodensee erfolgreich abgeschlossen
Seit Mitte März laufen für das Projekt „Zukunftsquelle. Wasser für Generationen“ der Bodensee-Wasserversorgung geotechnische Erkundungsbohrungen. Die seeseitigen Bohrungen sind am Freitag, den 15.07.2022, erfolgreich vor dem eigentlichen Zeitplan abgeschlossen worden. Der auf dem See schwimmende Bohrplattform-Ponton ist bereits wieder abgebaut. Die landseitigen Arbeiten dauern voraussichtlich noch bis in den Spätsommer an.

Die Baugrunduntersuchungen markieren einen wichtigen Schritt im Projekt Zukunftsquelle und liefern die Daten-Basis für die Detail- und Genehmigungsplanung. Die Bodensee-Wasserversorgung plant zur langfristigen Sicherstellung der Trinkwasserversorgung von 320 Städten und Gemeinden in Baden-Württemberg mit etwa vier Millionen Einwohnern und wegen der zunehmenden Ausbreitung der Quagga-Muschel neue Wasserwerke.

Weitere Informationen und Bildmaterial zum Projekt Zukunftsquelle und zu allen Voruntersuchungen gibt es unter www.zukunftsquelle.de (Quelle: Zweckverband-Bodenseewasserversorgung 27.07.2022)

Mit freundlichen Grüßen
Ihr

Heiko Faber
Bürgermeister


Veröffentlicht am Mittwoch, 3. August 2022