Mittwoch, 13. November 2019, 19:00 Uhr

Sitzung des Gemeinderats am 13. November 2019

Relativ kurz war die Tagesordnung der öffentlichen Sitzung des Gemeinderats am 13. November 2019. Nach der Behandlung dreier Bauanträge, zu denen allesamt das Einvernehmen der Gemeinde erteilt wurde, erstattete die Flüchtlingsbeauftragte der Gemeinde Kieselbronn, Frau Deniz Coccius, dem Gremium einen Bericht über ihre Tätigkeit sowie die Aktivitäten der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer in den vergangenen 4 Jahren:

Ein erster Kontakt zwischen einem von Christine Albl initiieren Helferkreis und den in Kieselbronn untergekommenen Flüchtlingsfamilien kam bereits im Juni 2015 zu Stande. Hilfestellung wurde dabei in allen Bereichen des täglichen Lebens geleistet, z. B. im Zusammenhang mit Arztbesuchen, der Organisation von Deutschkursen, bei der Schulanmeldung, der Arbeitssuche oder dem Ausfüllen von Antragsformularen. Dank der Bereitstellung von Landesmitteln konnte zum 1. Januar 2016 die Stelle einer hauptamtlichen kommunalen Flüchtlingsbeauftragten bei der Gemeinde Kieselbronn geschaffen und mit Deniz Coccius, die bereits zuvor und auch weiterhin in der Flüchtlingsbetreuung ehrenamtlich tätig war, eine qualifizierte und engagierte Mitarbeiterin für diese Arbeit gewonnen werden.

Aufgabe der kommunalen Flüchtlingsbeauftragten war und ist es, die Arbeit der ehrenamtlich tätigen Flüchtlingshelfer zu koordinieren und die Akteure untereinander zu vernetzen. Darüber hinaus fungiert sie als Schnittstelle zwischen den Ehrenamtlichen, der Gemeindeverwaltung, den Dienststellen des Landratsamts und den sozialen Diensten.

Ende des Jahres 2016 umfasste der von Deniz Coccius betreute ehrenamtliche Helferkreis insgesamt 11 Personen. Diese Zahl ist im Laufe der Jahre stabil geblieben, wenngleich es hin und wieder zu personellen Veränderungen kam. Ziel des Helferkreises war es von Anfang an, Berührungsängste zwischen den geflüchteten Menschen und der Bevölkerung vor Ort abzubauen. Hierzu wurden Deutschkenntnisse vermittelt und Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung unter Einbindung der örtlichen Vereine aufgezeigt. Handarbeitstreffs, Suppen- und Grillfeste, Advents- und Frühjahrscafés sowie gemeinsame Ausflüge ergänzten das Angebot.  

Von Deniz Coccius wurden die für die Tätigkeit des Helferkreises notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen. In regelmäßigen Treffen konnten Erfahrungen und Fragen ausgetauscht, Lösungswege für besondere Situationen erarbeitet und Zuständigkeiten festgelegt werden. Informationen über Fortbildungsveranstaltungen und neue Projekte konnten weitergegeben, Probleme einzelnen Flüchtlingsfamilien besprochen und gemeinsam nach Lösungsmöglichkeiten gesucht werden.

Dank des Engagements des Helferkreises sowie der Unterstützung durch die Vereine, Kirchen und Privatpersonen sei die Integration der in Kieselbronn lebenden Flüchtlinge auf einem guten Weg. Kieselbronn werde von diesen als besonders freundlicher, aufgeschlossener Ort wahrgenommen, in welchem sie sich wohl fühlen, schloss die Flüchtlingsbeauftragte ihren Rückblick. Für die Zukunft wünsche sie sich, dass verstärkt auch die bereits in Kieselbronn wohnhaften geflüchteten Menschen neu hinzukommenden Flüchtlingen Hilfestellung bei ihrem Start in Deutschland leisten können.

Zum Abschluss der Sitzung informierte Bürgermeister Heiko Faber die Gemeinderäte noch über die vom Gesetzgeber auferlegte Pflicht zur Phosphorrückgewinnung aus Klärschlamm, welche mittelfristig vermutlich zu steigenden Abwassergebühren führen wird, einen Breitbandgipfel in Hirsau, bei welchem durch einen Zukunftsforscher die wachsende Bedeutung des digitalen Datenaustauschs in Echtzeit erläutert wurde, sowie über den Entwurf des Kreishaushalts 2020, welcher die Kommunen trotz gleichbleibendem Hebesatz voraussichtlich mit einer insgesamt höheren Kreisumlage belasten wird. Ursächlich hierfür sei die in den meisten Gemeinden gestiegene Steuerkraft. Für Kieselbronn wird im kommenden Jahr mit einem leichten Rückgang der Kreisumlageaufwendungen gerechnet, nachdem die Gemeinde aktuell beim Vergleich der Steuerkraftsummen aller Enzkreisgemeinden den letzten Platz belegt.